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Restaurant kaufen: Ablauf, Erlaubnis, Prüfung und Preis

Redaktion · Aktualisiert 2026-10-14 · 5 Min. Lesezeit

Ein Restaurant kaufen heißt in der Regel, einen laufenden Betrieb mit Mietvertrag, Inventar, Personal und Stammgästen zu übernehmen. Der Weg führt über Suche, Zahlenprüfung, Klärung von Mietvertrag und Erlaubnis, Finanzierung und Kaufvertrag. Einen Festpreis gibt es nicht, er wird aus dem Gewinn des konkreten Hauses abgeleitet.

Was Sie beim Restaurantkauf eigentlich kaufen

Der Kaufgegenstand besteht meist aus mehreren Teilen, die getrennt zu betrachten sind: das Inventar (Küche, Mobiliar, Technik), der Warenbestand, der Firmenwert (Ruf, Stammkunden, eingespielter Ablauf), der Eintritt in laufende Verträge und das Recht, die Räume zu nutzen. Das Letzte ist kein Selbstläufer: Das Mietverhältnis muss auf Sie übergehen oder neu abgeschlossen werden, und der Vermieter muss zustimmen.

Die Restaurant-Seite der M&A Börse nennt als Preistreiber den nachhaltigen Gewinn, die Lage, Laufzeit und Bedingungen des Mietvertrags, den Zustand der Küche, die Abhängigkeit vom Inhaber, die Verfügbarkeit von Personal und die Genehmigungen. Öffentliche Kaufpreise oder Multiplikatoren für Restaurants nennt sie ausdrücklich nicht. Ein Beispielinserat mit 220.000 Euro Preisvorstellung für ein Hamburger Restaurant zeigt eine Größenordnung für genau dieses Objekt, nicht für den Markt.

Der Ablauf in sieben Schritten

  1. Anforderungen festlegen: Konzept, Region, Budget, eigene Rolle (Koch, Gastgeber, Investor).
  2. Objekte suchen: Inserate, Berater, Netzwerk, eigenes Kaufgesuch.
  3. Erstgespräch und Verschwiegenheit: Seriöse Verkäufer geben Details erst nach einer Verschwiegenheitserklärung heraus. Auf der M&A Börse läuft das digital.
  4. Zahlen und Verträge prüfen: Details in der Due-Diligence-Checkliste.
  5. Preis herleiten: Methode siehe Gastronomiebetrieb bewerten.
  6. Mietvertrag, Erlaubnis, Finanzierung parallel klären. Ohne diese drei ist der Kaufvertrag nur ein Papier.
  7. Vertrag, Übergabe, Einarbeitung: Die Einarbeitungsphase durch den Verkäufer gehört in den Vertrag.

Genehmigungen und Pflichten

Für die Gastronomie gelten nach den Angaben der M&A Börse diese Grundlagen:

Thema Stand laut Quelle Was zu tun ist
Meisterpflicht Keine Nichts nachzuweisen
Gewerbeanmeldung Erforderlich Beim örtlichen Gewerbeamt
Erlaubnis Nicht nötig bei reiner Speisen- und alkoholfreier Getränkeabgabe (§ 2 Abs. 2 GastG); Alkoholausschank je nach Landesrecht erlaubnis- oder anzeigepflichtig Beim Ordnungsamt klären
Belehrung Infektionsschutz für Personal mit Lebensmittelkontakt, § 43 IfSG Gesundheitsamt
Mehrweg Angebotspflicht bei Take-away, Ausnahme für kleine Betriebe (bis 5 Beschäftigte und 80 m²) Mehrweglösung organisieren
Erlaubnis bei Betreiberwechsel Gilt nicht automatisch weiter Neu beantragen, siehe Erlaubnis bei Übernahme

Da das Gaststättenrecht seit der Föderalismusreform Ländersache ist, kann dieselbe Frage in Bayern und Nordrhein-Westfalen unterschiedlich beantwortet werden. Gehen Sie nicht vom Hörensagen aus, sondern fragen Sie bei der zuständigen Stelle nach.

Kernpunkt: Erlaubnisse und Mietvertrag sind keine Formalitäten am Ende, sondern Bedingungen für den Kauf. Binden Sie den Vollzug des Vertrags an beide.

Was im Mietvertrag stehen muss

Der Mietvertrag entscheidet oft über Erfolg oder Misserfolg. Prüfen Sie:

  • Restlaufzeit und Verlängerungsoptionen,
  • Miethöhe, Staffeln und Indexklauseln,
  • Zustimmung des Vermieters zum Mieterwechsel oder Neuabschluss,
  • genehmigte Nutzung, Außenflächen und Lüftung,
  • Instandhaltungspflichten für Küche und Abluft.

Die Ratgeber der M&A Börse betonen, dass der Mieter die Räume ohne Zustimmung des Vermieters nicht einem Dritten überlassen darf. Holen Sie diese Zustimmung schriftlich ein, bevor Geld fließt. Mehr zu Zahlungen für Inventar und Konzept finden Sie unter Ablöse in der Gastronomie.

Finanzierung und Steuern in Kürze

Für Gründer und Übernehmer nennt die Restaurant-Seite den ERP-Gründerkredit StartGeld der KfW: bis zu 200.000 Euro, davon bis zu 80.000 Euro für Betriebsmittel, Antrag über die Hausbank. Die Bedingungen ändern sich; prüfen Sie sie direkt bei der KfW und Ihrer Bank. Mehr zu Strukturen und Grenzen: Gastronomie-Übernahme finanzieren.

Steuerlich gilt seit 1. Januar 2026 für Speisen der ermäßigte Satz von 7 Prozent, für Getränke weiterhin 19 Prozent. Wie sich das auf Ihre Kalkulation auswirkt, steht in Mehrwertsteuer in der Gastronomie 2026.

Wo Sie Restaurants zum Kauf finden

Neben Maklern und Branchennetzwerken gibt es Online-Börsen. Die M&A Börse gruppiert ihre Inserate unter Gastronomie-Betrieben und führt dort auch Pizzeria, Bistro und Dönerladen auf. Die Plattform gibt an, nur den Kontakt herzustellen und keine Provision zu nehmen; Kosten für Zusatzleistungen sind auf den geprüften Seiten nicht angegeben. Die Zahl der Inserate pro Region schwankt, deshalb lohnt zusätzlich ein eigenes Kaufgesuch.

Häufige Fehler

  • Zu früh verlieben: Wer emotional an einem Objekt hängt, übersieht Mängel in Zahlen und Vertrag.
  • Zu wenig Kapitalpuffer: Nach der Übernahme fallen Investitionen und Anlaufkosten an.
  • Personal unterschätzen: Gutes Küchenpersonal ist knapp; siehe Personal bei der Übernahme.
  • Bindungen übersehen: Getränkebezug, Brauereidarlehen und Wartungsverträge laufen oft über den Verkauf hinaus.

Diese Darstellung ersetzt keine Beratung durch Anwalt oder Steuerberater.

Konzept und Standort realistisch einschätzen

Bevor Sie Zahlen prüfen, lohnt ein ehrlicher Blick auf das Konzept. Ein Restaurant lebt von Gästefrequenz, Küchenleistung und Teamstabilität. Fragen Sie sich, ob Sie das Konzept übernehmen, verändern oder neu ausrichten wollen. Jede Änderung hat Anlaufkosten und birgt das Risiko, Stammgäste zu verlieren. Beobachten Sie deshalb das Haus zu Stoßzeiten und an ruhigen Tagen, lesen Sie die Online-Bewertungen kritisch und prüfen Sie, ob schlechte Bewertungen Muster zeigen, etwa Wartezeiten oder Sauberkeit.

Für den Standort zählen Erreichbarkeit, Parkplätze, Laufkundschaft und Nachbarschaft. Bei Außenflächen sollten Sie klären, ob die Sondernutzungserlaubnis befristet ist und auf wen sie lautet. Auch Genehmigungen für Abluft und Lärm sind Teil der Betriebssicherheit.

Deal-Strukturen: Was Sie konkret kaufen können

Die M&A Börse beschreibt auf ihrer Gastronomie-Seite drei Wege: den Kauf des Unternehmens oder der Anteile, die Übernahme von Inventar und Betrieb sowie die Pacht. Für Einzelunternehmer ist die Übernahme von Inventar und Betrieb häufig der praktische Weg, bei einer GmbH kommt der Anteilskauf in Betracht. Haftungsfolgen unterscheiden sich: Beim Anteilskauf übernehmen Sie das Unternehmen samt allen Altlasten, beim Kauf einzelner Vermögenswerte wählen Sie aus, was übergeht, müssen aber Verträge einzeln übertragen. Die Einzelheiten erklärt der Ratgeber zu Asset Deal und Share Deal, den Pachtweg beleuchtet unser Beitrag Gastronomie pachten oder kaufen.

Merke: Wer den Namen des Betriebs weiterführt, kann unter Umständen für Verbindlichkeiten des Vorgängers haften. Der Ratgeber der M&A Börse zur Haftung bei der Firmenübernahme geht darauf ein; lassen Sie die Konstruktion rechtlich prüfen.

Kosten jenseits des Kaufpreises

Rechnen Sie bei einem Restaurantkauf mit weiteren Posten: Notar und Berater, Mietkaution, Erstbevorratung, Marketing zum Neustart, Reparaturen und Technikersatz, Software und Kasse. Die genaue Höhe lässt sich nicht pauschal angeben, weil sie vom Betrieb abhängt. Planen Sie lieber einen Puffer ein und prüfen Sie die Liquidität über mindestens ein Jahr. Gerade bei einem Haus mit hohem Fixkostenanteil kann ein schwaches Quartal gefährlich werden.

Checkliste für die ersten 90 Tage

  1. Kasse, Warenwirtschaft und Zahlungsabläufe prüfen,
  2. Team-Gespräche führen und Rollen klären,
  3. Lieferanten und Konditionen neu bewerten,
  4. Hygiene und Dokumentation aktualisieren,
  5. Preisliste und Speisekarte nach Deckungsbeitrag prüfen,
  6. Online-Auftritt und Bewertungen pflegen,
  7. Liquiditätsplan monatlich nachführen.

Mit dieser Routine finden Sie schnell heraus, ob die Annahmen aus der Kaufprüfung stimmen. Wer zusätzlich Hilfe sucht, kann das Beraterverzeichnis der M&A Börse nutzen; welche Leistungen und Kosten die Berater haben, ist auf der Seite nicht pauschal genannt.

Häufige Fragen

Was kostet es, ein Restaurant zu kaufen?

Es gibt keine verlässlichen öffentlichen Durchschnittspreise. Der Preis folgt aus bereinigtem Gewinn, Inventar, Lage und Mietvertrag. Ein einzelnes Inserat sagt nichts über den Markt.

Brauche ich einen Meisterbrief, um ein Restaurant zu führen?

Nach den Angaben der M&A Börse gilt in der Gastronomie keine Meisterpflicht. Gewerbeanmeldung, Belehrung nach Infektionsschutzgesetz und gegebenenfalls eine Erlaubnis für den Alkoholausschank sind aber nötig.

Kaufe ich ein Restaurant als Asset Deal oder Share Deal?

Bei Einzelunternehmen und kleinen Betrieben ist häufig der Kauf der Betriebsmittel (Asset Deal) üblich, bei einer GmbH kann es der Anteilskauf sein. Beides hat unterschiedliche Haftungsfolgen.

Wie lange dauert ein Restaurantkauf?

Dazu gibt es keine verlässliche Angabe. Der Zeitplan hängt von Prüfung, Finanzierung, Zustimmung des Vermieters und der Erlaubnis ab.

Quellen